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Granddead [Single]
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Ocean [Single]
This Void Become a fan Alternative, Folk Hamburg/Jever, Germany
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About
This Void
“Seems We’re Drifting”
Als ich auf diese Band erstmals aufmerksam wurde, hätte die Diskrepanz zwischen dem, was ich sah, und dem, was ich hörte, nicht größer sein können. Diese Jungs auf dieser Bühne, schüchtern, fast wie gegen ihren Willen dort hin platziert. Doch dann, dieser Sound! Diese Filigranesse; dieses Gefühl für fantastische Melodien; dieses offensichtliche Bewusstsein über ihr musikalisches Erbe und aktuelles Umfeld! Da musste ein Finger drauf, was sag ich: eine ganze Hand, ein ganzer Körper musste diese Musik umarmen!
Die Band! Vier Jungs aus Jever (ja, in Friesland, nicht Ostfriesland), beinahe noch grün hinter den Ohren (man verzeihe mir diese abgegriffene Phrase), Daniel Möbes (g, voc), Keno Potthast (voc), Maximilian Schlake (b), Christian Lindemann (s, d). Aus einem Städtchen also, in dem man gemütlich erwachsen wird – so gemütlich, dass man anfängt, sich für Musik abseits des Massenbreis zu interessieren und sich davon inspirieren zu lassen; beginnt, eigene Ideen zu entwickeln. Einen Antrieb aus Ruhe und Idylle und Jugend findet und zu einem großen Ganzen vereint. Sich sucht, und – vielleicht aufgrund des engen Raums – auch schnell finden kann. Vielleicht ist es so zu erklären, dass This Void nicht klingen, als fingen sie gerade erst an.
Und was ist das nun für Musik?
Zu sagen, es wäre Indiepop mit deutlichem Folkeinschlag, beschreibt alles und doch zu wenig. Denn das machen so viele Bands derzeit, dass man sich kaum zurecht findet im Dickicht. Nein: This Void leben fraglos die Liebe zur Folkmusik der 60er und 70er Jahre, wie es Portugal. The Man tun oder Noah & The Whale auf “First Days Of Spring” getan haben. Sie sind aber auch Kinder dieser Zeit, was man in dieser Leichtigkeit von Songs wie der Single “Ocean” hört, wenn sich die elektrisierende Lässigkeit, die Coolness, vom Whitest Boy Alive dazu gesellt. This Void spielen erstaunlich edle Melodien; sie sind gleichzeitig sanft und direkt, laid back und uplifting. Das sind bemerkenswert viele Attribute für eine Band, die es noch keine zwei Jahre lang gibt.
Und nun ist dieses Album da, “Seems We’re Drifting”, das einen immensen Schritt markiert. Ein Album über das Loslassen, ohne sich wirklich ganz zu entfernen. “Drifting” eben, “not leaving”. Die Songs, trotz ihrer Brillanz bei besagtem Auftritt noch in der Entwicklung, erleuchten nun in voller Pracht; sind detailreicher, feiner geworden. Songs wie “Ocean”, “Blur” oder “Granddead” wurden von wundervollen Indiepopsongs zu kleinen Hits. Und auch auf der Bühne glänzen This Void mittlerweile, bringen zum Innehalten, Tanzen, Strahlen. So, wie es eben eine Band tut, der man vom ersten bis zum letzten Moment gerne zuhört. In deren Songs man sich wiederfindet.
Und die Kleinstadt als Background? Ach bitte, das ist doch nicht der Rede wert. Was Altersgenossen wie BeatBeat! mit Viersen gemacht haben, sollte This Void mit Jever genauso gelingen: die Verortung auf der Landkarte der guten Musik.
Dieses Album heißt “Seems We’re Drifting”.
Diese Band heißt This Void.
Kristof Beuthner, Nillson.de
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